Ihr könnt doch noch nicht satt sein!

Hallo zusammen,
heute nehme ich euch mit in die Welt von „Ihr könnt doch noch nicht satt sein!“. Es ist ein Kochbuch, das traditionelle Rezepte in den Mittelpunkt stellt. Renate Bergmann möchte uns damit daran erinnert, wie einfach, lecker (und sättigend) Hausmannskost sein kann.
Das Kochbuch hat einen Aufbau und ein Design, den man nur als stilecht beschreiben kann. Schon vom Einband her wirkt es, als könnte es ein privates Kochbuch einer Großmutter sein. Von daher ist auch die Inszenierung der Fotos so in Ordnung, auch wen ich selber eine etwas modernere Anrichtung bevorzugen würde. Die Struktur ist übersichtlich und teilt sich in die Kapitel „Schnell und fein“, „Aus Oma Strelemanns Suppentopf“, „Süße Hauptgerichte“, „Das gibt es am Sonntag“, „Ohne Beilagen geht es nicht“, „Wenn Kirsten kommt“, „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, „Für Süßes haben wir einen Extra-Magen“ und „Aber bitte mit Sahne“. Nett finde ich, wie hier typische Sprüche, die jeder kennt, in die Kapitelbenennung mit einbezogen werden.
Gut gefallen haben mir die „Gefüllten Paprikaschoten“, der „Rahmwirsing“, der „Kartoffelauflauf“ und der „Gurkensalat“. Alle diese Gerichte bestechen mit dem Charme, dass sie schmecken, wie man sie aus der eigenen Kindheit kennt.
Auch die „Pfannkuchen“ haben mich an meine Kindheit erinnert, allerdings wird die Masse für mich etwas zu fest, wodurch sie sich nicht gut in der Pfanne verteilen lässt. Hier würde ich mehr Milch verwenden, um eine flüssigere Konsistenz zu erreichen.
Bei der „Linsensuppe“ fand ich etwas schade, dass hier außer Pfeffer keine Gewürze verwendet werden. Dadurch wird die Suppe nach ein paar Löffeln etwas eintönig. Zumindest etwas Lorbeer würde hier sehr gut dazu passen. Außerdem gibt es noch einen Kritikpunkt zum Rezept-Foto. Hier sind eindeutig Speck-Stücke zu erkennen, im Rezept wird aber Kasseler verwendet. Das kann für etwas Verwirrung sorgen und macht auch aromatisch einen Unterschied.
Die „Bunte Gemüsepfanne“ fand ich an sich gut, für eine alleinige Mahlzeit würde ich aber zumindest etwas Brot und am besten noch einen Quark oder Dip dazu reichen.
Etwas Optimierungsbedarf sehe ich auch beim „Marmorkuchen“. Hier wurde es mit dem verwendeten Rum sehr gut gemeint. Etwas weniger würde für mich aber auch völlig ausreichen. Außerdem würde ich von der Reihenfolge der Rezeptbeschreibung immer das Aufschlagen von Eiweiß an den Anfang schreiben. Ansonsten müssen zwischendrin die Schlegel des Rührgerätes gewaschen werden. Dadurch besteht immer das „Risiko“, dass sich noch Fettreste darauf befinden und der Eischnee nicht richtig aufgeschlagen werden kann.
„Ihr könnt doch noch nicht satt sein!“ ist ein tolles Kochbuch für alle, die klassische Hausmannskost lieben. Die Rezepte sind genau beschrieben und funktionieren.
Von mir gibt es 8 von 10 Punkten. Als nächstes versuche ich noch die Dampfnudeln mit Vanillesauce und die Königsberger Klopse aus.
Bis zum nächsten Mal,
Eure Ella
Infos zum Buch:
Autoren: Renate Bergmann
Verlag: Ullstein Buchverlage GmbH
ISBN: 978-3-4713-6048-4
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