Cocina Latina



Hallo zusammen,
heute nehme ich euch mit auf eine geschmackvolle Entdeckungsreise durch die lateinamerikanische Küche mit dem Kochbuch „Cocina Latina“. Der Autor Daniel Tischler möchte mit dem Buch die Vielfältigkeit dieser Küche zeigen und auch von einigen seinen Reisen in dieser Region erzählen. Bereits in der Einleitung erwähnt er, dass einige Zutaten bei uns nur im Online-Handel erhältlich sind. Nach meiner Beobachtung trifft das vor allem auf die verschiedenen getrockneten Chili-Sorten zu. Wer keine Zeit hat, diese online zu bestellen kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, um die Zutat irgendwie zu ersetzen. Darunter leidet dann aber natürlich leider die aromatische Authentizität des Gerichtes.
„Cocina Latina“ ist nicht klassisch rezeptzentriert, sondern verbindet traditionelle Rezepte mit eigenen Erlebnissen und Geschichten des Autors. Das Buch ist nach Ländern sortiert, wobei jedem Land ein kurzer Einblick in Kultur und Küche vorangestellt wird. Die folgenden Länder sind vorhanden: Mexiko, Peru, Chile, Bolivien, Argentinien, Kolumbien und Brasilien. Viele Bilder fangen dabei die Atmosphäre aus den jeweiligen Regionen ein und geben Sie an den Leser weiter. Vom Layout her, wirkt das Kochbuch wie ein Selfmade-Projekt, entsprechend ist hier noch etwas Luft nach oben. Die Rezepte selbst sind gut beschrieben und auch die Portionsangaben werden sehr passend angegeben.
Sehr gut geschmeckt haben mir das „Pastel de Choclo“ (ein spannendes Spiel aus süßem Mais und salziger Hackfleisch-Füllung), „Fugazza“ (ein luftiger Hefeteig, der mit vielen gerösteten Zwiebeln besticht) und der „Arroz con Mariscos“ (ein schnelles Gericht mit vielen Meeresfrüchten und einer ungewöhnlichen Art den Reis zuzubereiten).
Mole ist sicherlich eine der bekanntesten Saucen Mexikos. Dieses Rezept für „Mole Poblano“ ist zwar sehr würzig, leider kommt die dunkle Schokolade aber nicht ganz zur Geltung. Auch ansonsten finde ich, dass im Aromen-Profil fehlt, dass ich nicht ganz beschreiben kann. Das liegt vielleicht daran, dass ich nicht alle Chili-Sorten bekommen konnte. Ein zweiter Versuch mit allen angegebenen Chili-Sorten steht auf jeden Fall noch aus.
Die Kombination aus Sojasauce, Ingwer und Hähnchen in dem Gericht „Chaufa“ passt zwar gut zum Reis, aber es fehlt meiner Meinung nach noch eine Komponente, die etwas Abwechslung in das Gericht bringt, beispielsweise ein Chiliöl.
„Rocoto Relleno“ ist ein peruanisches Rezept für gefüllte Paprika. Interessant fand ich, dass die Paprika erst dreimal in einem süß-sauren Sud gegart wird, bevor sie gefüllt wird. Dadurch schmeckt sie etwas, als wäre sie süß-sauer eingelegt gewesen (was ja ein ähnlicher Vorgang wäre). Das ist allerdings Geschmackssache. Ich bin persönlich kein Fan von sauer eingelegter Paprika (oder Karotten). Die würzige Füllung passt zwar gut zu Paprika und Feta, das Gericht wirkt aber insgesamt etwas trocken. Hier hätte ich mich über eine Sauce z.B. aus Tomaten oder saurer Sahne gefreut.
Weiter geht es mit dem Rezept für „Empanada de Pino“. Bei der Zubereitung ist mir aufgefallen, dass die angegebene Flüssigkeitsmenge für die Herstellung des Teigs zu wenig ist. Außerdem kommt hier leider nicht diese blättrige Konsistenz zustande, die ich von anderen Empanada-Rezepten kenne. Der Trick liegt darin, die Butter nur grob unterzuarbeiten, damit noch einige ganze Stücke im Teig enthalten sind. Die Füllung ist jedoch gut abgeschmeckt und reicht mengenmäßig exakt für die angegebene Menge an Empanadas.
Zuletzt habe ich das Gericht „Galinhada Mineria“. Außergewöhnlich fand ich, dass hierbei Safran verwendet wurde. Trotzdem hatte ich auch hier das Gefühl, dass etwas „fehlte“. Vielleicht habt ihr ja eine Idee, welche Zutat dem Rezept den letzten Schliff geben würde?
„Cocina Latina“ ist ein interessantes Kochbuch für alle, die die lateinamerikanische Küche entdecken möchten. Die kulturellen Hintergrundinformationen sind faszinierend, und einige Gerichte sind echte Highlights. Hier und da fehlt bei den Gerichten aber das gewisse Extra. Von mir gibt es tolle 7 von 10 Punkten. Weitere Rezepte, die mich interessieren sind die „Moqueca Brasilera“, die „Alfajores“ und die „Bunuelos“.
Bis zum nächsten Mal,
Eure Ella
Infos zum Buch:
Autoren: Daniel Tischer
Verlag: Christian Verlag
ISBN: 978-3-95961-587-7
